Presse. Stimmen.

Zu VERSCHWINDENDE ORTE ODER WAS UNS RETTEN KANN

WDR 3, Kultur am Mittag

 

Deutschlandfunk CORSO

 

Kölner Rundschau
"Verschwindende Orte“ im FWT - Bar jeder nostalgischen Süße

Seit 40 Jahren fallen dem rheinischen Braunkohletagebau in apokalyptischer Zerstörung Dörfer, Wälder und bester Ackerboden zum Opfer. 21 weitere Orte sollen in den nächsten Jahren abgerissen werden. Die ihrer Häuser, Höfe, Kirchen und Friedhöfe beraubten Einheimischen: „Umgesiedelt“. Aber weg sind sie nicht, im Gegenteil: Jetzt sind sie auf der Bühne des Freien Werkstatt Theaters, eingeladen von Regisseurin Eva-Maria Baumeister, der die Bilder vom brachialen Abriss des „Immerather Doms“ im Januar 2018 einen Schlag versetzten. Ihr Thema seitdem: „Verschwindende Orte oder Was uns retten kann“.

Der Protest der Nachbarn im Westen ließ sich lange überhören. „Wir haben alle legalen Mittel versucht“, erklärt eine resignierte Bewohnerin: „Können wir als Bürger in diesem Land nur etwas erreichen, wenn man über Grenzen geht?“ Baumeister sammelte O-Töne u.a. in Keyenberg, Geräusche und auch ihr Verschwinden, wenn es kein Leben mehr gibt – ein unangenehm anhaltender Brummton markiert auf der Bühne die Präsenz der gigantischen Schaufelbagger, die sich 200 Meter tief in die Erde fressen. Inmitten der Zuschauer sitzen Mitglieder der Chorgemeinschaft aus dem Umsiedlungsgebiet Tenholt-Granterath-Hetzerath – Zeugen, die immer wieder in die Mitte treten, um von ihrer Wut zu sprechen oder bar jeder nostalgischen Süße vom Brunnen vor dem Tore zu singen.

Die vermeintlich Ohnmächtigen haben eine Stimme und fühlen sich von der aktuellen „Hambi“-Bewegung durchaus bestärkt. Das geht nah, umso mehr, als sich Baumeister für ihre „musiktheatralische Choreografie“ nicht auf das Dokumentarische beschränkt, um nach Entmündigung, Solidarität und Widerstand, durchaus auch nach Zwiespalt zu fragen. Eine fiktive Architektin (eindringlich Fiona Metscher) spiegelt Revolte wie Resignation und entfaltet vor einer fragilen Glasharfe ihre Utopie einer besseren (Lebens) Energie. (SK)



Rheinische Post


CHOICES


Kölner Stadtanzeiger


KULTURWEST:

zu anderen Projekten:

Romy Weinmann in der Kölner Theaterzeitschrift AKT über Eva-Maria Baumeister:
(...) Zu entdecken, wie weit man mit eigenen Projekten kommen kann, war für die damals 27-Jährige eine wichtige Erfahrung. Mit einem Freund rief Baumeister im Juli 2006 das Theaterfestival "Kaltstart" im "Haus 73" in Hamburg ins Leben, eine Plattform für junge Künstler, die schnell stark beachtet wurde und immer noch höchstlebendig ist . “Ich mag es, Gruppen zusammen zu bringen und Berührungsängste abzubauen, so dass man gemeinsam einem Thema begegnet", erklärt Baumeister . (....) Sie führte Freiarbeitsblöcke und Workshop-pools ein, damit die Schauspielstudenten neben dem klassischen Handwerk ihre individuellen Talente und Interessen entwickeln. Dazu gehören auch Praktika und eigene Projekte. "Vor allem aber geht es darum, sich zu vernetzen, die eigenen Stärken kennen zu lernen und daraus ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln", sagt sie, "Ich hatte immer ein Bild von einem Haus, wo junge Leute kreative Projekte zusammen gestalten, ein Ort, wo man von der Zusammenarbeit mit Produzenten profitiert und auch eigene Arbeiten schafft“


zu TRISTAN: WER AUS MIR TRINKT, WIRD EIN REH:

Eine poetische wie klangliche Meisterleistung, deren Trank berauscht." 
Kölner Wochenspiegel (Thomas Dahl)

Mutig, das Genre Oper in einen Theaterabend so intensiv einzubauen. (...) Ein intensiver, überraschender Theaterabend.Rheinkultur

(Christoph Zimmermann)



"Regisseurin Eva-Maria Baumeister gelingt die spannende Uraufführung eines märchenhaft entrückten Stücks (...) Es ist eine intensive

Erfahrung, die kraftvollen Sänger in ungewohnter Nähe zu erleben. (...) Ein Wagner-Wagnis, das dank Originalität und

Einfallsreichtum glückt." Kölner Stadtanzeiger (Jessica Düster), 20.9.2011

"Ein intelligentes und anspruchsvolles Spiel rund um die Musik und die Liebe." www.koeln.de (Jürgen Schön), 19.9.2011

"Die erstaunlich gute Akustik des Raumes führt zu einem Gesangserlebnis der besonderen Art. [...]   Wagner auf der kleinen Bühne?

Funktioniert das? Ja, das funktioniert sehr gut. Zumindest im Theater Der Keller. Und man muss kein Opernliebhaber sein, um sich

diesem Wagner-Abend hinzugeben." www.meine-suedstadt.de (Stephan Martin Meyer)

"Das Stück "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“ wagt manches. [...] Dazu zählen auch die Auftritte der Opernsänger Ute Eisenhut und

Paul Lyon als Isolde und Tristan, die mit ihren mächtigen Sitmmen den kleinen "Keller" schier zu sprengen drohen." 
Kölner Rundschau

(Hans-Willi Hermans), 21.9.2011

zu BERMUDADREIECK:

»Regisseurin Eva-Maria Baumeister und ihr Team kommen mit wenig aus, um das Stück und seinen Inhalt auf das Wesentliche zu

verdichten. (...)Bei Eva-Maria Baumeister schaffen es die Schauspieler, mit wenigen exakten Bewegungen und kleinen Nuancen die Tragik,

aber auch Brutalität ihrer Figuren aufscheinen zu lassen. [...]– wenige, jedoch von Regisseurin Eva-Maria Baumeister klar gesetzte

Handlungen. [...] Ein Theaterabend, der die Existenz einer wahren Identität in Frage stellt und die Suche nach ihr als Farce begreift.« 


nachtkritik.de


»[…] Eva-Maria Baumeisters Inszenierung ist stimmig, melancholisch und komisch.« 
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
 »Im engen, nebligen Rund, kann der Zuschauer fast auf Tuchfühlung gehen, sieht jeden perlenden Schweißtropfen, jeden

Perspektivwechsel der beiden Schauspieler – auch das macht den Reiz der kurzweiligen Inszenierung von Eva-Maria Baumeister aus.« 


Ruhr Nachrichten